2016

100 Prozent Ja-Stimmen für Christian Jacob als Kandidat: Aufstellungsversammlung von CDU, Die Linke und Freien Wählern für die Bürgermeisterwahl in Nesse-Apfelstädt

Stephen Krumrey, Wolfgang Degenhardt, Hendrik Knop und Annette Bürckenmeyer gratulierten Christian Jacob (zweiter von rechts) mit einem Präsentkorb zu seinem eindeutigen Ergebnis. Foto: Peter Riecke, Thüringer Allgemeine

Mit einer Schweigeminute zu Ehren des vor kurzem verstorbenen CDU-Mitglieds Joachim Roth begann am Montagabend im Bürgerhaus Apfelstädt eine Aufstellungsversammlung der besonderen Art.
Die Landgemeinde Nesse-Apfelstädt wurde Ende 2009 gegründet, CDU-Mitglied Christian Jacob am 21. Februar 2010 zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt. Seine Legislatur geht nun zu Ende, nach sechs Jahren muss der Bürgermeister neu gewählt werden. Die Wahl ist für den 17. Januar 2016 angesetzt.

Doch es waren nicht nur Mitglieder der CDU, die sich am Montag im Saal bei Wirt Frank Fritsche einfanden. Neben vielen Gästen kamen 42 Wahlberechtigte zur Nominierungsveranstaltung – von der Freien Wählergemeinschaft Apfelstädt-Gamstädt-Kleinrettbach-Ingersleben, der Partei Die Linke und der CDU. Sie wollten einen gemeinsamen Kandidaten aufstellen: Christian Jacob.

Auch Bündnis 90/Die Grünen hatten Vertreter in den Saal geschickt, doch war ihnen bei der Einladung ihrer Mitglieder zur Aufstellungsversammlung ein formaler Fehler unterlaufen. Der Neudietendorfer Burkhard Vogel, vielen als Thüringer Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bekannt, begründete daher für seine Partei, man wolle letztlich nicht die Wahl insgesamt gefährden und sei deshalb nur als Gast im Saal. Die Unterstützung für den Kandidaten sei aber auch von ihnen sicher. Der einstimmig gewählte Versammlungsleiter Hendrik Knop ergänzte später durch den Hinweis, dass auch Bündnis 90/ Die Grünen auf dem gemeinsamen Wahlkampf-Handzetteln vermerkt sein werden.

Der Begrüßung folgt ein langer Weg durch die Formalien mit 13 Tagesordnungspunkten von der Wahl des Tagungspräsidiums über die den Bericht der Mandatsprüfungs-Kommission bis zum Schlusswort des Kandidaten, so wie es das Thüringer Kommunalwahlgesetz vorsieht. Und weil es keine Alltäglichkeit ist, dass sich unterschiedliche Parteien und Gruppierungen zu einer gemeinsamen Aufstellungsversammlung zusammenfinden, musste sogar noch eine gemeinsame Wahlordnung beschlossen werden. Doch Punkt für Punkt für wurden die einzelnen Abschnitt ohne Gegenstimmen beschlossen.

Die eigentliche Wahl des Kandidaten erfolgte geheim. Da auch im Verlauf der Versammlung kein weiterer Kandidat darum bat, über seine Aufstellung zu entscheiden, ging es nur noch um Ja oder Nein oder die Stimmenthaltung zu Christian Jacob. Alle 42 Wahlberechtigten entschieden sich für ihn. Jacob, der ein gutes Ergebnis erwartet hatte, zeigte sich von der Eindeutigkeit des Votums gerührt. Doch was zuvor Wolfgang Degenhardt für die Linke, Rainer Seyring für die Freien Wähler und Stephen Krumrey für die CDU sagten, hatte diese Ergebnis bereits vermuten lassen.

Die drei wie auch Christian Jacob in seinem Schlusswort benannten rückblickend, was in den vergangenen sechs Jahren in den Ortsteilen der ersten Landgemeinde geschaffen wurde. Die Zusammenarbeit mit Christian Jacob sei beispielhaft für Land und Bund, gab Degenhardt zu bedenken. Mit der Neugestaltung des Bahnhofs in Neudietendorf habe Jacob sein Meisterstück gemacht, die Landgemeinde sei eine Solidargemeinschaft der sechs Ortsteile geworden, unterstrich Seyring.

In gewohnter Bescheidenheit antwortete der so Gelobte: „Das ist nicht nur mein Werk. Mit euch gemeinsam wurde das alles geschaffen.“ Und nahm die Wahl zum Kandidaten an. Nun wünscht sich der 40-Jährige eine hohe Wahlbeteiligung, betonte er gegenüber unserer Zeitung.

Den i-Punkt auf die sonst so sachlich-ernste Versammlung setzte der Wirt Frank Fritsche mit Gesang. Er hatte ein Lied von Roland Kaiser umgedichtet: „Es ist nicht das letzte Mal — und auch zur übernächsten Wahl — wird ein Christian Jacob hier — sein Posten nie verliern...“.

Peter Riecke, Thüringer Allgemeine, Redaktion Gotha, 01.12.2015

Stephen Krumrey übernimmt den Vorsitz der Fraktion der Christlich Demokratischen Union Deutschlands und Bündnis 90/Die Grünen im Gemeinderat Nesse-Apfelstädt

Wechsel in der Schwarz-Grünen Fraktion in Nesse-Apfelstädt: Stephen Krumrey und Dr. Thomas Sauer

Die Schwarz-Grüne Fraktion der ersten Thüringer Landgemeinde wählte Stephen Krumrey einstimmig zu ihrem neuen Vorsitzenden. Der Kornhochheimer übernimmt den Staffelstab von Hendrik Knop, welcher den Gemeinderat in Nesse-Apfelstädt zum 21.12.2016 verlassen hat. Für ihn rückt Dr. Thomas Sauer nach.

Hendrik Knop möchte nach über 11 Jahren Mitgliedschaft in den Gemeinderäten Neudietendorf und Nesse-Apfelstädt eine Pause von der aktiven Politik einlegen, um neben seiner Arbeit als Geschäftsführer in der HK Pflegedienst gemeinnützige GmbH sein unterbrochenes Studium in Teilzeit abzuschließen. Auch für den Vorstand des CDU Ortsverbandes wird er im Februar 2017 nicht erneut kandidieren. Mit Stephen Krumrey, Referent im Gemeinde- und Städtebund Thüringen, als neuer Fraktionsvorsitzender und Dr. Thomas Sauer, Referent im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft als neuem Gemeinderatsmitglied ist die Fraktion auch für die Zukunft gut aufgestellt.