2006

Neudietendorfer Jugendclub von Schließung bedroht

Volleyballturnier auf dem Gelände des Kinder- und Jugendclubs

Sonnabendnachmittag, es ist der 10. Juni 2006. Auf dem Neudietendorfer Gelände des Kinder- und Jugendclubs „Silberhütte“ spielen rund 20 Jugendliche Beach - Volleyball. Eines der Hauptattraktionen des Clubs in den Sommermonaten. Am 8. Juli 2006 findet auf dem Gelände ein Turnier statt, an dem der ganze Landkreis Gotha beteiligt ist. Neudietendorf hat als Austragungsort hierfür bereits Tradition.

Geht es nach dem Bürgermeister Werner Holbein und der Leiterin des dfb-Sozialwerkes Neudietendorf Annette Schmidt wird es für diese Tradition keine Fortsetzung geben. Beide favorisieren eine Schließung des Jugendclubs. Deutlich wurde dies während der Ortsbegehung des Gemeinderates Neudietendorf am Vormittag des 10. Juni. Der Club war hier die erste Station. Wie schon so oft standen die baulichen Mängel im Vordergrund. Überlegungen ein neues Objekt auf dem Fundament des abgerissenen Hortes wenige Meter neben dem bisherigen Gebäude zu errichten, eine Idee die es nicht nur aufgrund der hohen Heizkosten schon seit längerem gibt, kursierten in der Runde.
In Frage gestellt wurde der Neubau, mehr noch der Erhalt der Einrichtung überhaupt, durch die Argumentation Werner Holbeins, welcher mit Hilfe der Vorlage von Annette Schmidt aufzeichnete, das die wenigen Besucher des Jugendclubs einen weiteren Betrieb nicht rechtfertigen.
Richtig ist, dass den Winter über kaum mehr als 5 Besucher die Angebote der offenen Jugendeinrichtung wahrnahmen. Als Begründung seitens des Sozialwerkes und des Bürgermeisters wird hier vor allem die neue Konkurrenz durch das entstehende Pfadfinderzentrum oder auch die Schuljugendarbeit des Gymnasiums angegeben. Was dabei nicht beachtet wird ist aber, das es einen grundlegenden Unterschied zwischen einer offenen Jugendarbeit, wie dem Jugendclub und Vereins-Interessenjugendarbeit, wie Pfadfinder, Jugendfeuerwehr oder Sport gibt, bei der die Angebote nur an einzelnen Wochentagen angeboten werden. Gegen dieses Argument spricht außerdem, dass weder Pfadfinder noch Jugendfeuerwehr oder andere Vereine einen schwunghaften Mitgliederzuwachs verspüren. Im Gegenteil.
Würden die Verantwortlichen mal tiefer in die Materie schauen, dann würde ihnen auffallen das im heutigen Jugendalter der Geburtenknick der Wendejahre zu verspüren ist, mit dem beispielsweise die Schulen schon lange zu kämpfen haben. Zum anderen sind viele der Probleme auch Hausgemacht. Ein ständiger Wechsel der Jugendbetreuer in den letzten Jahren trug nicht gerade dazu bei, dass Vertrauen bei den Jugendlichen entsteht. Auch über den Einsatz von Arbeitsgelegenheiten (1€-Jobs), welche die Anzahl der Besucher überstiegen oder gar von den Gästen heraus requiriert wurden, lässt sich streiten.
Übrig geblieben ist im Moment eine ABM-Kraft, deren Vertrag zum 30.06.2006 ausläuft. Zum 1. Juli 2006 soll dann eine Sozialpädagogin gefunden werden, worum sich das Jugendamt Gotha und die VG-Chefin Andrea Becker gleichermaßen kümmern. Diese soll die Arbeit – begrenzt für ein Jahr, da nur als Schwangerschaftsvertretung – in die Hand nehmen. Warum dieser Fakt auf Gemeindeseite nicht als neue Chance wahrgenommen wird, bleibt unklar. Progressiveren Kräften im Gemeinderat ist es zu verdanken, dass einer vorschnellen Schließung Einhalt geboten wird. Vorerst. Ein Gespräch mit allen Beteiligten, Vereinen, Schulen, Jugendlichen, etc., soll Klärung bringen. Im nächsten Gemeinderat steht das Thema auf der Tagesordnung.
Ein klares Konzept für einen Weiterbetrieb wäre hierfür erforderlich. Sollte das Sozialwerk als bisheriger Träger dies negieren, sollte auch das Tabu eines Trägerwechsels gebrochen werden. Als Alternative Trägerschaft stehen Kreisjugendring Gotha, die Verwaltungsgemeinschaft oder nicht zuletzt die Evangelische Kirche, welche derzeit ihren Landesitz nach Neudietendorf verlegt, denkbar.
Bleibt zu hoffen, dass alle Möglichkeiten untersucht werden. Nach der Schließung des Kinos und des Freibades vor einigen Jahren käme eine Schließung des Jugendclubs einer Bankrotterklärung in der Kinder- und Jugendarbeit Neudietendorfs gleich.

 Hendrik Knop

Neudietendorfer Gemeinderat bekennt sich klar zum Jugendclub

Zukunft für den Kinder- und Jugendclub "Silberhütte" gesichert

In der Gemeinderatssitzung vom 20. Juni 2006 kam klar zum Ausdruck, daß der gesamte Neudietendorfer Gemeinderat hinter dem Jugendclub "Silberhütte" steht. Die Idee eines Neubaus auf dem Fundament des ehemaligen Hortes soll demnächst stärker thematisiert werden.

Neben Frau Schmidt als Vertreterin des dfb-Sozialwerkes Neudietendorf waren zahlreiche Gäste, insbesondere Vertreter des Jugendclubs selbst anwesend, welche ihr Interesse an der Weiterarbeit der Jugendeinrichtung deutlich machten.
Die Gemeinderatsmitglieder, allen voran Bürgermeister Werner Holbein unterstützten sie in ihrem Ansinnen und machten deutlich, sich auch weiterhin stark für den Erhalt der Kinder- und Jugendarbeit einzusetzen.
Die Andeutung einer möglichen Jugendclubschließung sei falsch interpretiert worden und bezog sich nur auf den baulichen Zustand des bisherigen Gebäudes, welches in seinem Zustand auf Dauer nicht mehr zu reparieren ist und daher besser zu ersetzten ist, so Holbein.

Hendrik Knop

Wassertisch auf dem Zinzendorfplatz eingeweit

Geburtstagskind startet Wasserlauf
Sekt & Neudietendorfer Aromatique

Pünktlich zum Martinstag am 11. November 2006 wurde der Wassertisch auf dem Zinzendorfplatz in Neudietendorf von Bürgermeister Werner Holbein eingeweit und von Pfarrer Christian Theile (Ev.-Luth. Kirchgemeinde Neudietendorf) sowie Pfarrer Schellhorn (Kath. Filialgemeinde St. Raphael) gesegnet.

Nachdem Kinder und Eltern gegen 18 Uhr mit ihren Lampions und Kerzen von ihrem Umzug anlässlich des Martinstages auf dem Neudietendorfer Zinzendorfplatz zurück waren, nutzte der Neudietendorfer Bürgermeister Werner Holbein die Gelegenheit den neuen Wassertisch feierlich einzuweihen. Nach einer kurzen Rede, in welcher er den Bauablauf näher beleuchtete und die Bevölkerung noch einmal aufklärte, das es sich um einen Wassertisch und weniger um einen Brunnen handelt suchte Holbein nach einem Geburtstagskind, welches dann die Chance erhielt den Startknopf für den Wasserlauf zu drücken. Mit einem kleinen Feuerwerk, welches Werner Holbein entzündete sowie mit Sekt und Neudietendorfer Aromatique wurde der Wasserlauf schließlich eingeweiht. Die anwesenden Pfarrer sprachen abschließend einen kurzen Segen aus.
Ein kleiner Imbiss lud die Neudietendorfer im Anschluss dazu ein, noch ins Gespräch zu kommen und die neue Neudietendorfer Sehenswürdigkeit zu feiern.

Hendrik Knop